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Prozession zu Ehren „Nostra Signora delle Grazie"

Madonna Delle Grazie

Die Prozession zu Ehren „Nostra Signora delle Grazie" wurde wie in jedem Jahr mit viel Prunk und reger Beteiligung der Bevölkerung durchgeführt. Die Statue der Schutzpatronin stammt ursprünglich aus Ipswich in Irland. In der Zeit der Reformation unter Heinrich XIII. entfernten die Gegner kirchlicher Kunstwerke (Bilderstürmer) oftmals gewaltsam Bilder und Statuen aus den Kirchen. Um dieser Willkür entgegenzuwirken, brachte man viele sakrale Kunstwerke in Sicherheit. So gelangte auch die Statue der Madonna im Jahr 1550 auf dem Seewege nach Nettuno. Diese „Landung" der Marienstatue wurde früher - zuletzt vor mehr als 50 Jahren - nachvollzogen. In diesem Jahr hat Bürgermeister Chiavetta diesen Brauch wieder aufleben lassen. Man bringt die Statue in das nahe Anzio, verlädt sie auf ein Schiff und so kommt die Madonna wieder übers Meer nach Nettuno, wo sie mit Feuerwerk und Böllerschüssen begrüßt wird.

Ipswich, der Herkunftsort der Madonna gehört zur Stadt Ardee. Das war dann auch Anlass, mit Ardee eine neue Städtepartnerschaft zu besiegeln. Die Unterzeichnung der Urkunde fand im kleinen festlichen Rahmen im Sitzungssaal des Rathauses in Nettuno statt.

Auf einer Rundfahrt durch Nettuno wurden den Delegationen aus Ardee, Bandol und Traunreut einige Sehenswürdigkeiten gezeigt. Man besuchte den Amerikanischen Friedhof, das Forte Sangallo und den Torre Astura.

Der Torre ist umgeben von einem 1.500 ha großen Gebiet, das nicht öffentlich zugängig ist sondern unter militärischer Hoheit steht. Der Stützpunkt bietet 350 Arbeitsplätze und entstand 1945 nach der Besetzung durch die Amerikaner. Heute wird er für militärische Übungen, in erster Linie jedoch zu Forschungszwecken verwendet. Man testet Materialien sowie ihre Veränderung unter Einwirkung von Klima, Sonne, Salzwasser und sonstigen äußeren Einflüssen. Auf dem Gelände sind auch zahlreiche alte Panzer, Geschütze und Waffen ausgestellt. Gleichzeitig entstand auf dieser Fläche ein Naturschutzgebiet das Lebensraum für viele Tiere wie Wölfe, Stachelschweine usw. und zahlreiche Pflanzenarten bietet. Im Sommer wird das große Tor tagsüber geöffnet und gibt den Weg zum kilometerlangen Sandstrand für die Öffentlichkeit frei.

Den Torre Astura erreicht man nur durch dieses abgesperrte Gebiet oder über das Meer. Hier hatten reiche Römer ihre Sommersitze und betrieben eine eigene Fischzucht. Die Fundamente der Fischbecken kann man heute noch sehr gut erkennen. Nettuno (ursprünglich Neptunia) stand zur Römerzeit unter päbstlichem Schutz und bot größtmögliche Sicherheit.

Die Pinienwälder auf dem Gelände wurden von der Familie Borghese angelegt. Die Pinienkerne benötigte man für die berühmte „Torta della Nonna", die heute noch als Krönung eines Festessens gilt. Der Torre Astura war jedoch auch Stützpunkt zur Abwehr von Invasionen z.B. der Sarazenen.

Nettuno hat den Anstoß zu einem Projekt gegeben, das auf einer neuen Internetseite die Partnerstädte vernetzen soll. Geplant ist, die Startseite mit Links zu den beteiligten Städten zu versehen und die wichtigsten Informationen mehrsprachig zu gestalten. Das Projekt verfolgt die Absicht, den Austausch zwischen Vereinen, Schülern, Jugendlichen, Studenten auf sportlichem, kulturellen und sprachlichem Gebiet zu fördern und auch wirtschaftliche Verbindungen zu knüpfen. Nettuno ist wie auch der Chiemgau eine interessante Tourismusregion, so dass auch attraktive Urlaubsangebote über das Web ausgetauscht werden können. Wer weiß! Vielleicht findet man eines Tages im Chiemgauprospekt ein Angebot über Urlaub in Nettuno.

 

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