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Stadt Traunreut  |  E-Mail: k1@traunreut.de  |  Online: www.traunreut.de

Aus der Stadtgeschichte

Traunreut, entstanden aus der Heeresmunitionsanstalt "Muna" St. Georgen, ist gerade erst 50 Jahre alt. Im Jahre 1938 kaufte sich die Wehrmacht in den großen St. Georgs Forst ein und errichtete die Heeresmunitionsanstalt "Muna" St. Georgen. Besitzteile der Stadt Traunstein, Stein, Traunwalchen, Pierling und Palling wurden zu einem streng abgeschlossenen Bereich von 242 ha gesichert. In mehr als 150 Holzbaracken, Steinhäusern und Bunkern wurden Granaten mit gefährlichen Säuren und Gasen gefüllt und in den Bunkern und Pulverhäusern gelagert.

 

Neben der Wehrmacht waren hier Dienstverpflichtete aus der Umgebung, Arbeitsmaiden und Gefangene eingesetzt.

 

1940 entstand im Gemeindegebiet "Stein in der Au" eine Wohnsiedlung, von der einige Häuser heute noch stehen. Im Jahr 1945 rückten die Amerikaner ein. Um die "Muna" bewohnbar zu machen, mußte sie entgiftet werden. Unter Einsatz ihres Lebens mußten Gefangene und Freiwillige die Kampfstoffe verbrennen bzw. zum Abtransport verladen. Bei zwei Explosionen wurden 11 Menschen getötet. Die meisten der mehr als 150 Kampfstoffarbeiter trugen Lungen- und Ätzschäden davon. Sie waren die Pioniere Traunreuts, die das Bewohnen erst möglich machten. Die Bunker wurden gesprengt, die Holzbaracken, Stein- und Fertighäuser durften stehenbleiben und wurden den Vertriebenen zugewiesen. Jetzt begann ein großes Werken. Die heimatlosen Menschen schlugen Wurzeln und bauten unermüdlich auf. Schon 1945 wurde der Turn- und Sportverein, 1948 die Arbeitsgemeinschaft der Betriebe und 1949 die Feuerwehr gegründet. 

 

1949 siedelten sich die Industriebetriebe Siemens und Heidenhain an, die die notwendigen Arbeitsplätze schafften. Auch die einheimische Bevölkerung ließ sich jetzt nieder, fand Wohnung und Arbeit.

 

Bürgermeister Brandl von Stein hatte Vertrauen in die Leistungskraft seiner Mitbürger und trat für die Bildung einer eigenen Gemeinde ein. Am 1. Oktober 1950 wurde dann, mit Zustimmung des Landratsamtes, durch die Regierung von Oberbayern die Gemeinde Traunreut - damals 1381 Einwohner - gegründet.

 

Die Gemeinde wuchs in einem ungeahnten Tempo: Im Jahre 1955 weihte man das erste Rathaus in Traunreut ein. 1960 wurde Traunreut, inzwischen 5800 Einwohner, zur Stadt erhoben. 1963 war die Einwohnerzahl schon auf 8000 angestiegen, und 1966 wurde die 10.000. Bürgerin geboren.

 

Die Eingliederung der umliegenden "alten Dörfer" rund um Traunreut, im Jahr 1978, brachte der Stadt schließlich das, was sie bis dahin nicht besaß: in Jahrhunderten verwurzelte Tradition.

 

Heute ist die Industrie- und Einkaufsstadt Traunreut mit mehr als 20.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis.

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